Paul Lechler Preis startet 2023 mit neuem Konzept

LECHLER STIFTUNG plant neue strategische Ausrichtung.

Der Paul Lechler Preis wird derzeit nicht vergeben. „Nach zwölf Jahren wollen wir das Konzept erneuern und die Auszeichnung neu ausrichten“, sagt Heinz Gerstlauer, Stiftungsvorstand der LECHLER STIFTUNG. Der Preis ist bisher mit 50.000 Euro dotiert. Die LECHLER STIFTUNG hat ihn seit 2008 jährlich an innovative soziale Projekte in Baden-Württemberg verliehen. Mit neuem Konzept soll der Paul Lechler Preis 2023 wieder starten.

Seit 2008 sind zahlreiche Projekte gefördert worden: Anfangs stand das Thema Inklusion von Menschen mit Behinderung im Fokus der Auszeichnung. Seit 2013 würdigte der Preis besondere Projekte, die sich der „Sorgekultur für Menschen am Lebensende“ widmen. Zuletzt hatte die Initiative Demenzfreundliches Bad Cannstatt im März den Paul Lechler Preis 2019 erhalten.

Die Aussetzung des Preises hat mehrere Gründe: Die Anzahl der Bewerbungen für den Paul Lechler Preis war zuletzt rückläufig. Gleichzeitig stehen der LECHLER STIFTUNG aktuell durch die Krise in der Automobil-Industrie nicht mehr die gleichen finanziellen Mittel zu Verfügung wie noch in den vergangenen Jahren.

„Ein großer Einschnitt für die Stiftung war zudem der Tod von Walter Lechler im vergangenen Jahr“, sagt Gerstlauer. Prof. Walter H. Lechler hatte die wohltätige Tradition seines Urgroßvaters Paul Lechler fortgesetzt – und seit vielen Jahren als Stiftungsrats-Vorsitzender die Geschicke der Stiftung gelenkt. „Auch den Wechsel auf operativer Ebene nehmen wir zum Anlass, um eine strategische Denkpause einzulegen“, sagt Heinz Gerstlauer, der das Amt als Stiftungsvorstand Ende 2018 von Dieter Hauswirth übernommen hat.

Gemeinsam mit dem Stiftungsrat lotet Gerstlauer derzeit aus, wie der Paul Lechler Preis im Rahmen der Stiftungs-Satzung neu konzipiert werden kann. „2023 wollen wir wieder einen Preisträger küren.“ Was sich keineswegs ändern soll: Auch künftig wird die LECHLER STIFTUNG Wert darauf legen, dass die ausgezeichneten Projekte nachhaltig wirken: „Wir werten gerade aus, was aus den Modellprojekten geworden ist, die wir in den vergangenen Jahren gefördert haben“, so Gerstlauer. „Und es freut uns zu sehen, dass in vielen Fällen Angebote entstanden sind, die bis heute wirksam sind.“

Die Jury

Der Lechler Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Auf Anregung der Jury beschließt der Stiftungsrat den inhaltlichen Schwerpunkt der Ausschreibung. Die Jury prüft und bewertet die eingegangenen Bewerbungen und benennt die Preisträgerinnen und Preisträger.
Die Jury hat drei ständige und derzeit zwei aktuelle Mitglieder, die auf Grund ihrer Expertise und ihres Netzwerkes in die Jury berufen worden sind.
Vorsitzender der Jury ist der Stiftungsratsvorsitzende, Herr Volker Lechler. Der inhaltlich federführende Stellvertreter ist Prof. Jo Jerg aus Reutlingen, ehemaliger Professor an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg. Ebenfalls ständiges Mitglied ist Frau Dr. Monia Stolz, die ehemalige Sozialministerin Baden Württembergs aus Ulm.
Aktuell berufene Mitglieder sind Frau Irene Armbruster, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Stuttgart und Frau Martina Rudolph Zeller, Geschäftsführerin der Telefonseelsorge in Stuttgart.
Der Stiftungsvorstand ist beratendes Mitglied der Jury.

Hintergrund-Info Lechler Stiftung

An Weihnachten 1875 schloss der damals 26-jährige Unternehmer Paul Lechler mit seinem Vater Christian eine Vereinbarung: Künftig sollte der zehnte Teil des Geschäftsnutzens der gemeinsamen Lack- und Firnisfabrik „Chr. Lechler und Sohn“ an Arme und Bedürftige gegeben werden. Dieser Familientradition blieben seine Nachfahren, die neue Unternehmen gründeten, bis heute treu. Aus dem ursprünglichen Wohltätigkeitskonto entwickelte sich die Paul Lechler Stiftung, die 2014 in der LECHLER STIFTUNG aufging. Die Stiftung fördert innovative Modellprojekte im Bereich der Behinderten-, Jugend- und Altenhilfe. Seit 2008 hat sie außerdem jährlich den mit 50.000 Euro dotierten Paul Lechler Preis verliehen.